Deutsche Mineralogische Gesellschaft

                     Geschichte und Ziele

1976, ein Jahr nach der GDCh, gründete die DMG einen eigenen „Arbeitskreis Archäometrie in der DMG e.V.“. Der Beschluss dazu erfolgte auf der Mitgliederversammlung der DMG am 15.9.1976, die konstitutierende Sitzung fand am 16.9. mit 15 Teilnehmern statt. Erster Sprecher wurde Dr. G. Drews, RGZM Mainz, Stellvertreter wurde Prof. Noll.

In einer Tischvorlage zur 55. Jahrestagung der DMG 1977 in Bochum schrieb der Sprecher des Arbeitskreises, G. Drews; „Der „Arbeitskreis Archäometrie in der DMG e.V.“ wurde auf der DMG-Jahrestagung am 15.9.1976 in Braunschweig ins Leben gerufen. In ihm haben sich über 100 Naturwissenschaftler und Archäologen aus dem Inn- und Ausland zu einem lockeren Verband zusammengeschlossen. Ziele des Arbeitskreises sind die Intensivierung des Erfahrungsaustausches zwischen den Naturwissenschaftlern, die bereits auf dem Grenzgebiet zwischen Archäologie und Naturwissenschaften arbeiten und die Vermittlung neuer Kontakte zwischen Naturwissenschaftlern und Archäologen, die daran interessiert sind, mit Hilfe exakter, messender Methoden neue Funde aufzuspüren, sie zu bergen, zu konservieren und sie materialkundlich und technologisch zu analysieren, um über das Material und seine Verarbeitung zusätzlich kulturhistorisch aussagekräftige Informationen zu erhalten...... Da sinnvolle archäometrische Forschung nur in enger Zusammenarbeit zwischen Naturwissenschaftlern und Geisteswissenschaftlern betrieben werden kann, darf die Archäometrie als ein neuer Ansatzpunkt für die oft beschworene interfakultative und interdisziplinäre Kooperation angesehen werden.“ Damals formulierte methodische Schwerpunkte waren Prospektion, Datierung, Herkunftsbestimmung, technologische Untersuchungen, Echtheitsprüfung, Konservierungsfragen.

Der Arbeitskreis wandte sich mit einer Einladung zur Beteiligung an die Deutsche Glastechnische Gesellschaft, die Deutsche Keramische Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Metallkunde und den Verein Deutscher Eisenhüttenleute, zu denen allerdings nur eine befreundete Verbindung zustande kam. Anfang 1977 umfasste der Arbeitskreis bereits knapp 100 eingetragene Mitglieder.

1977: Es kam zu einer ersten Annäherung zum Arbeitskreis der GDCh, die Sprecher vereinbarten ihre gegenseitige Mitgliedschaft. Der Arbeitskreis der GDCh tagte 1977 aber noch ohne den der DMG in Heidelberg. Für 1979 wurde jedoch eine gemeinse Tagung ins Auge gefasst.

1978 verzichteten beide Arbeitskreise auf eine eigene Tagung und schlossen sich dem „International Symposium on Archaeometry“ in der Woche vor Ostern in Bonn an. In diesem Jahr hatte der Arbeitskreis der DMG bereits 114 Mitglieder (davon allerdings nur 20 bei der Mitgliederversammlung).

1979 fand vom 7.-9. Juni in Berlin im Museum Dahlem die erste gemeinsame Tagung der Arbeitskreise „Archäometrie“ in der GDCh-Fachgruppe Analytische Chemie und in der DMG statt, zusammen mit dem Deutschen Archäologenverband.

1980 wurde Dr. Weiner, München, zum Nachfolger von Dr. Drews als Sprecher des Arbeitskreises gewählt.

1981 wurde auf der DMG-Tagung in Wien die Archäometrie als Schwerpunktthema bei DMG-Tagungen eingeführt, dazu wurde von Herrn Wagner ein Plenarvortrag gehalten mit dem Titel „Frühe Blei-, Silber- und Goldgewinnung in der Ägäis – ein Beispiel archäometrischer Forschung“. Von da an sollte die Archäometrie auf jeder zweiten DMG-Tagung ein eigenes Symposium erhalten, was jedoch nicht immer konsequent durchgehalten wurde. Der Arbeitskreis der GDCh führte in diesem Jahr eine eigene Tagung in Klagenfurt durch.

1982 folgte dann wieder eine gemeinsame Tagung beider Arbeitskreise zusammen mit der österreichische Gesellschaft für Archäometrie in München, im Rahmen der Tagung der Fachgruppe Analytische Chemie der GDCh, 13.9.-17.9., mit 70 Teilnehmern und 30 Beiträge. Eine Arbeitsgemeinschaft „Quantitative Methoden in der Archäologie“ trifft sich vom 1. bis zum 2. Juni in Kassel.

1983: Vom 27.9.-2.10. gemeinsame Archäometrie-Tagung der Arbeitskreise in Regensburg. Es wird vereinbart, die gemeinsame Tagung in Zukunft im 18-monatigen Turnus regelmäßig durchzuführen.

1984: Im September wird Prof. Keesmann aus Mainz zum Sprecher des Arbeitskreises gewählt und hat das Amt bis zum September 1986 inne. Vom 3. bis 8.9.1984 ist eine gemeinsame Archäometrietagung in Freiburg im Rahmen der DMG-Tagung geplant, mit Einladung der Schweizer und Österreicher Archäometer. Die Tagung kam aber nur als Archäometriesitzung der DMG weitestgehend ohne den Arbeitskreis der GDCh zustande. Eine gemeinsame eigenständige Archäometrietagung entfällt. Im selben Jahr wurde anscheinend ein Zusammenschluss mit den Arbeitskreisen aus Österreich und der Schweiz angedacht (Brief von Prof. Noll an Dr. Weiner am 22.8.84), auch verbunden mit der Forderung nach einer archäometrischen Zeitschrift; diskutiert wird die in Österreich gegründete Zeitschrift für Archäometrie als gemeinsames Organ.

1985: Vom 3. bis 6.3.1985 findet in Tübingen die Jahrestagung des Arbeitskreises der GDCh statt, Mitglieder des DMG-Arbeitskreises sind eingeladen

1987: Von März bis September übernimmt Prof. Klemm aus München die kommissarische Vertretung des Arbeitskreis-Sprechers, ab September wird er offiziell gewählter Sprecher. Gleichzeitig erfolgt eine Namenserweiterung für den Arbeitskreis zum Arbeitskreis „Archäometrie und Denkmalpflege“.

1988: 2.-4. März gemeinsame Arbeitskreis-Tagung in Bonn, Rheinisches Landesmuseum: 66% der Vorträge vom Arbeitskreis der DMG. Mitgliederstand 150. Bericht zur DMG-Mitgliederversammlung: Die Erweiterung des Arbeitskreises um die Denkmalpflege wird gefordert (Klemm)

1989: Archäometrietagung der Arbeitskreise 27.-29.9.89 in Schwäbisch Gmünd

1991: Archäometrietagung in Berlin 6.-8. März.

1993: Dr. Andreas Hauptmann vom Bergbau-Museum in Bochum wird zum Arbeitskreis-Sprecher gewählt

1999: Dr. Uli Schüßler, Institut für Mineralogie der Universität Würzburg, übernimmt das Amt des Arbeitskreissprechers. Im selben Jahr erfolgt die in den Arbeitskreisen zunächst sehr umstrittene Gründung der Gesellschaft für Naturwissenschaftliche Archäologie – Archaeometrie (GNAA).

2000 veranstalten die Arbeitskreise in Dresden erstmals gemeinsam mit der GNAA eine Archäometrietagung.

2002: Der Arbeitskreis der DMG und die GNAA vereinbaren offiziell freundschaftliche Beziehungen, der jeweilige Sprecher des Arbeitskreises ist ab diesem Zeitpunkt kooptiert im Vorstand der GNAA vertreten.

2006: Dr. Sabine Klein, Institut für Mineralogie der Universität Frankfurt, wird Sprecherin des Arbeitskreises, Stellvertreter wird Dr. Andreas Kronz vom Geowissenschaftlichen Zentrum Göttingen.

 

Arbeitskreis-Tagungen:

1976, Mainz, 15. – 16. Juni, Tagung des Arbeitskreises der GDCh

1977, Heidelberg, Tagung des Arbeitskreises der GDCh

1979, Berlin, 7. – 9. Juni,  Museum Dahlem, erste Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise mit dem Deutschen Archäologenverband

1981, Klagenfurt, Tagung des Arbeitskreises der GDCh (?)

1982, München, 13. – 17. Sept., Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise mit der Österreichischen Gesellschaft für Archäometrie, im Rahmen der Tagung der Fachgruppe Analytische Chemie der GDCh.

1983, Regensburg, 27. Sept. – 2. Okt., Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise

1985, Tübingen, 3. – 6. März, Tagung des Arbeitskreises der GDCh, Mitglieder des Arbeitskreises der DMG sind eingeladen

1988, Bonn, 2. – 4. März, mit dem Rheinischen Landesmuseum

1989, Schwäbisch Gmünd, 27. – 29. Sept., Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise

1991, Berlin, 8. – 8. März, Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise

1992, München, 9.-12. Sept., Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise mit dem Institut für Allgemeine und Angewandte Geologie und dem Doerner-Institut

1994, Oldenburg, 16.-18. März, Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise mit dem Staatlichen Museum für Naturkunde und Vorgeschichte

1995, Bochum, 27.-29 Sept., Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise mit dem Bergbau-Museum

1997, Wien, 24.-26. März,  Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise mit dem Archäologiezentrum der Universität Wien

1998, Würzburg, 23.-25. Sept., Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise mit den Instituten für Mineralogie und für Archäologie der Universität

2000, Dresden, 29. – 31. März, Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise und der Gesellschaft für Naturwissenschaftliche Archäologie – Archäometrie mit dem Landesamt für Archäologie Dresden

2001, Köln, 5. – 8. Sept., Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise mit dem Fachbereich für Restaurierung und Konservierung von Kunst- und Kulturgut der Fachhochschule

2003, Berlin, 12. – 14. März, Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise mit dem Rathgen Forschungslabor, den Staatlichen Museen zu Berlin, Preußischer Kultubesitz

2004, Mannheim, 6. – 9. Oktober, Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise und der Gesellschaft für Naturwissenschaftliche Archäologie – Archäometrie mit den Reiss-Engelhorn Museen in Mannheim

2006, Stuttgart, 22. - 25. März, Gemeinschaftstagung der Arbeitskreise und der Gesellschaft für Naturwissenschaftliche Archäologie – Archäometrie mit der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart